Viele Mythen und Legenden aus der Medizin und über Ernährung halten sich hartnäckig, obwohl sie eindeutig nicht zutreffen und als Falschinformation enttarnt worden sind. Eier und Cholesterin gehören dazu. Noch vor einiger Zeit haben Ernährungsexperten davor gewarnt, nicht zu viele Eier zu essen, maximal 3 pro Woche. Bei mehr könnte das in den Eiern enthaltene Cholesterin zu Herz- Kreislauferkrankungen führen. So ist es auch heute noch im Bewusstsein vieler Menschen verankert. Aber stimmt das auch und ist die Zurückhaltung gegenüber den Eiern angebracht?

Deutsche Ernährungswissenschaftler rehabilitieren Eier

Nach Auffassung von Ernährungswissenschaftlern in der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist die Zurückhaltung nicht mehr angebracht. Es gäbe keine wissenschaftlichen Daten, die eine Zurückhaltung beim Verzehr von Eiern als Gerechtfertigt erscheinen lassen. Eier könnten eine Bereicherung einer vollwertigen Ernährung sein. Was ist geschehen, um Eier aus ernährungsphysiologischer Sicht so positiv dastehen zu lassen? Tatsächlich haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Mediziner und Ernährungswissenschaftler mit der Frage beschäftigt, ob und wenn ja wie das zweifellos in Eiern enthaltene Cholesterin auf die Gesundheit der Ei-Liebhaber Einfluss nimmt. Zunächst galt die Frage zu klären, ob der Verzehr von Eiern den Cholesterin-Spiegel überhaupt beeinflussen kann.

Nach Untersuchungen von Ärzten der Universität Sydney haben selbst 2 Eier täglich keinen Einfluss auf den Cholesterin-Spiegel. Ein hoher Cholesterin-Spiegel bleibt hoch und ein niedriger wird nicht erhöht. Dieses nur scheinbar überraschende Ergebnis kann durch endogene Regulationsmechanismen erklärt werden. Wird über die Nahrung, in der Studie also die Eier, vermehrt Cholesterin aufgenommen, sorgen die biologischen Regulationsmechanismen dafür, dass in gleichem Umfang die endogene Cholesterin-Produktion zurückgefahren wird. In Summe der Cholesterin-Spiegel also gleich bleibt. Natürlich gilt das nur in gewissen Grenzen, die durch den täglichen Verzehr von Eiern aber bei weitem nicht erreicht werden, so die Botschaft der Wissenschaftler.

Cholesterin-Spiegel wird durch Eier nicht beeinflusst

Wenn der Konsum von Eiern nicht den Cholesterin-Spiegel beeinflusst, dann sollte er auch nicht das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöhen. So die nicht unbegründete Hoffnung von Eier-Liebhabern, die durch Studien aus Japan und China auch tatsächlich unterstützt wird. Die Forscher aus den beiden asiatischen Ländern stützen sich in ihrer Analyse auf die Daten von mehreren Hunderttausend Menschen, anhand derer sie Krankheitsdaten mit Essgewohnheiten korrelieren konnten. In beiden Studien fanden die Forscher keine Korrelation zwischen dem Verzehr von Eiern und einem gesteigerten Risiko für Herz- Kreislauferkrankungen. Ganz im Gegenteil. Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall war in den Studien bei Eier-Liebhabern geringer ausgeprägt als bei Menschen, die keine Eier aßen.

Also sind Eier gesund. Ja, sagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, solange sie Bestandteil einer gesunden ausgewogenen Ernährung sind. Eier sind wichtige Lieferanten von Vitaminen wie Vitamin A, Vitamin D, Vitamin E, Vitamin K und den B-Vitaminen. Außerdem enthalten sie Mineralien und Spurenelemente wie Calcium, Magnesium, Kalium und Fluor. Bei der kritischen Betrachtung von Eiern wird immer das Cholesterin in den Mittelpunkt gestellt. Das ist aber zu einseitig. So ist Cholesterin auch nicht von Natur aus schlecht. Es ist ein Rohstoff für Hormone und essenzieller Bestandteil von Zellmembranen. Nur im Übermaß in Form von LDL-Cholesterin ist es Ursache von Herz- Kreislauferkrankungen.

Tipp: Bis zu 2 Eier täglich können Bestandteil einer gesunden ausgewogenen Ernährung aus viel Obst, Gemüse, Fisch und wenig Fleisch sein. In diesen Mengen erhöhen sie weder den Cholesterin-Spiegel noch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen.

Wissenschaftler rehabilitieren Eier – Dem Cholesterin zum Trotz