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Alexandra Schedel-Stupperich

Schwere Gewaltdelikte an Pferden. Phänomenologie, psychosoziales Konstrukt und die Ableitung von präventiven Verhaltensmaßnahmen, FNverlag: Warendorf, 2002

ISBN 3-88542-389-8

 

Gewaltdelikte gegen Pferde sind weit mehr als nur ein quantitativ unbedeutendes Randphänomen der Polizeilichen Kriminalstatistik. Das zeigt die Autorin Alexandra Schedel-Stupperich, die sich seit 1997 intensiv mit dieses Problematik beschäftigt in aller Deutlichkeit.

 

Mit ihrem interdiszipinären Ansatz, der sowohl biologische und kriminologische als auch psychologische, soziologische und medienwissenschaftliche Ansätze verbindet, widmet sie sich der intellektuell herausfordernden Multidimensionalität dieses Themas mit nüchternem Sachverstand. Als Ergebnis erhält der wissenschaftlich interessierte Leser ein multifaktorielles Erklärungsmodell, das über die rein quantitativen und qualitativen Aspekte hinausreicht und die interaktionalen Beziehungen zwischen dem Pferd als Opfer der Gewalttat, dem Täter und den Pferdebesitzern innerhalb des aktuellen gesellschaftlichen Kontextes offenlegt.

 

Neben der notwendigen Darstellung relevanter theoretischer Inhalte, werden die phänomenologischen Aspekte der Gewaltdelikte - Prävention, Tatausführung, Tatumstände und Täter- differenziert, schrittweise erweitert und auf der Grundlage der präzisen Deliktdefinition, modellhaft integriert. Angesichts dieses relativ neuen und bislang weitgehend unerforschten Kriminalitätsphänomens kommt insbesondere der Ableitung und Diskussion präventiver Verhaltensmaßnahmen gesteigerte Aufmerksamkeit zu.

Der in jeder Hinsicht durchgehend klare, systematische Aufbau dieser Untersuchung bietet dem Leser einerseits verstärkte Orientierung, andererseits eine stetig zunehmende Vertiefung der facettenreichen Materie.

 

Die regionale und temporäre Deliktsentwicklung, Typologie der Verletzungen und Gewalteinwirkungen, der Einfluß der Medien, affektive Einstellungen sind nur einige Blickwinkel, unter denen die Autorin diese schweren Gewaltdelikte an Pferden wissenschaflich kohärent untersucht und nahebringt.

„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ – ein nachdenkliches Fazit nach einem lesenswerten Buch.

 

Wir danken dem FNverlag für seine freundliche Unterstützung.

www.fn-verlag.de

 

 

 

 

 

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