Schleswiger Nachrichten berichten am 18. August 2005

 

Tierschänder geht um – Angst um Ponys

 

Rethwischfeld (Dirk Gusick) - Er kommt tagsüber und es
stört ihn nicht einmal, wenn Kinder bei seinem Treiben
zusehen: Seit sechs Jahren vergeht sich ein
Tierschänder an der Islandpony-Stute Ljósadís .
Zuletzt wurde der Mann am vergangenen Montag gegen
14Uhr von einem achtjährigen Jungen bei seinem Treiben
beobachtet.
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Pferdezüchterin Stephanie Posorske-Gerundt aus
Rethwischfeld hat Angst um ihre Pferde, denn der
Triebtäter attackierte die Stute auch schon mit einem
Messer und mit Stöcken. Die anderen drei Ponys auf der
Weide lässt der Unbekannte in Ruhe.

Erwischt wurde der Mann zum ersten Mal von einem
elfjährigen Mädchen, als er sich an der rotbraunen
Stute mit der langen weißen Mähne verging. Dabei hatte
er auch noch ihr kleines Fohlen im Arm und fummelt an
ihm herum. Das Mädchen ging dazwischen und der Täter
ergriff die Flucht. "Seit dem ersten Vorfall holen wir
die Tiere abends immer von der Weide und bringen sie
in den Stall am Haus", berichtet die 38-Jährige. 1999
wurde der Mann mehrfach auf der Koppel gesehen. Denn
die Weide der Ponys ist von drei Häusern aus gut
einzusehen und Stephanie Posorske-Gerundt hatte nach
dem ersten Vorfall die Nachbarn sensibilisiert, auf
verdächtige Personen zu achten. "Ich habe ständig
Anrufe erhalten, dass er wieder da ist."

Die Stute wurde bei dem Missbrauch durch Messerstiche
in der Scheide schwer verletzt und musste mehrere
Wochen von einem Tierarzt behandelt werden. Die
Pferdebesitzerin meldete den Vorfall der Polizei,
hatte aber das Gefühl, von den Beamten nicht ernst
genommen wurde. "Ich fühlte mich abgebügelt", sagt
sie.

In den folgenden Jahren wurde der Mann dann zwar nicht
auf der Weide bei den Tieren gesehen. Die
Rethwischfelderin vermutet aber, dass er sich auch in
der Zeit an der Stute verging. "Wir haben auf der
Koppel Stöcke und ein mal auch ein Messer gefunden,
die er für sein Treiben benutzt haben dürfte."

Im vergangenen Jahr beobachteten Anwohner den Fremden
dann wieder öfters bei dem Pferd. Gesehen wurde der
Mann im Zeitraum August bis September immer in den
frühen Nachmittagsstunden. Wie auch 1999 kam er stets
mit einem älteren silberfarbenen Herrenrad.

Am vergangenen Montag kreuzte er wieder auf der
Pferdekoppel auf, verging sich an der Stute. Dabei
wurde er von einem achtjährigen Jungen aus der
Nachbarschaft beobachtet. Der Junge rannte sofort zu
seiner Mutter, die dann Alarm schlug. Sönke Gerundt
sah den Täter noch flüchten, folgte ihn per Fahrrad in
Richtung Bad Oldesloe bis zu einem Baumarkt. Dort
wollte er den Täter zur Rede stellen. Doch der Mann
konnte flüchten. "Mein Mann hatte leider kein Handy
dabei und konnte deshalb nicht sofort die Polizei
verständigen."

Noch am Montag wurde der neue Vorfall der Polizei
gemeldet und die Stute von einem Tierarzt untersucht,
der leichte Verletzungen feststellte. Die Polizei
fahndet jetzt nach dem Täter: Er ist etwa 1,80 groß
und von kräftiger Statur, hat einen dunklen Hauttyp
und südländisches Aussehen, spricht nur gebrochenes
Deutsch.

 

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

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Erstellt: 18. August 2005