Dänische Kommission für Tierethik äußert sich zur Frage des sexuellen Umgangs von Menschen mit Tieren

 

30. November 2006

 

Wer von der Kommission ein absolutes NEIN zum sexuellen Übergriff erwartet hatte, war sicherlich enttäuscht. In Dänemark sollen Privatpersonen  auch weiterhin berechtigt sein, sich legal mit bzw. durch  Tiere befriedigen zu lassen. ALLERDINGS – und das ist neu – darf  nach entschiedener Ansicht der Ethikkommission zukünftig „nur noch“ über eigene Tiere frei verfügt werden. Fremde Tiere sollen aus Rücksicht auf die Empfindungen der Tierbesitzer sowie erhöhter Verletzungsrisiken nun schutzwürdig sein.

 

Ein Freibrief zur ungehemmten Verwirklichung sexueller Fantasien am eigenen Tier ist dies jedoch nicht, denn der hier offen bekundete Respekt für sexuelle Präferenzen bzw. gegenüber  sexuellen Minderheiten endet dort, wo das bestehende Tierschutzgesetz greift. Misshandlung, Überforderung und Tötung sind strafbar und sollen es auch bleiben. Dass trotz „aller Liebe“  Risiken für die sexuell benutzten Tiere bestehen, wird von der Kommission ausdrücklich bestätigt. Beantwortet wird diese Erkenntnis mit einem nachdrücklichen Appell an die große Verantwortung derer, die Tiere zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse sexuell nutzen wollen.

 

Hinsichtlich der organisierten und kommerziellen sexuellen Ausbeutung der Tiere sieht die Kommission  Handlungsbedarf, um durch verschiedene Verbotsregelungen zukünftige Fehlentwicklungen zu hemmen. In Live-Sex-Shows, Tierbordellen,  im Leihen und Verleihen von Tieren zu sexuellen Zwecken, aber auch - und das überrascht – in der Herstellung von Tierpornografie wird eine Verletzung der tierlichen Würde gesehen. Obwohl nach Ansicht der Kommissionsmitglieder kommerzielle Aktivitäten nicht zwangläufig tierschutzrelevant sein müssen, wird ein erhöhtes Risiko für die Tiere angenommen.

 

Aufgrund der gegenwärtig insgesamt sehr eingeschränkten Erforschung und Dokumentation der Problematik hält die Kommission eine Änderung ihrer Schlussfolgerung und Empfehlung beim Vorliegen neuer, relevanter Forschungserkenntnisse für möglich.   

 

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