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Badische Zeitung
vom 9. Januar 2007 berichtet:
Ziegenüberfall weiter unklar Polizei
sucht nochmals Zeugen WALDKIRCH. Wie bereits berichtet, wurde in der Nacht
vom 21. auf den 22. Oktober 2006 in einer Kleintieranlage des Waldkircher
Ortsteils Buchholz eine ältere Ziege offensichtlich sexuell missbraucht. Das
Tier wurde bei dem Vorfall schwer verletzt. Die bisherigen Ermittlungen der
Kriminalpolizei erbrachten bislang noch keine konkreten Täterhinweise. Wie
der Polizei mittlerweile bekanntwurde, gibt es in Buchholz und Umgebung
jedoch vehemente Gerüchte, wonach die Straftat von drei Jugendlichen aus dem
Bereich Elztal begangen worden sei und bereits geklärt wäre. Trotz
intensiverErmittlungen sei es bisher nicht gelungen, die Urheber dieser
Gerüchte zu identifizieren beziehungsweise Näheres zu den drei möglichen
Tatverdächtigen aus dem Elztal zu erfahren. Die Polizei wendet sich deshalb nochmals an die
Bevölkerung und bittet die Personen, welche zur Aufklärung der obigen
Straftat sachdienliche Hinweise geben können, sich unter 07641/ 582-0 bei der Kriminalpolizei Emmendingen zu
melden. Mit freundlicher Genehmigung der Badischen Zeitung. *** Der Sonntag
vom 26.11.06 berichtet „Es ist mitten unter uns“ In Waldkirch-Buchholz wird eine Ziege vergewaltigt – Polizei schweigt
und sucht Von Markus Von Zimmermann-Dürkop Im Waldkircher Ortsteil Buchholz ist in der Nacht auf den 22. Oktober
eine Ziege sexuell missbraucht worden. Das Tier wurde bei der Schändung durch
einen oder mehrere Täter schwer verletzt. Die Kriminalpolizei Emmendingen hat
den Vorfall erst jetzt bekannt gegeben. Ortsvorsteherin Fränzi Kleeb
fürchtet, dass Buchholz durch die Tat in ein schlechtes Licht gerückt werden
könnte. Die Polizei ist weiter auf Täter-Suche. „Sie
lag auf dem Boden und hat permanent, über Tage hinweg, am ganzen Körper
gezittert“, berichtet Barbara Wingrich über ihre Ziege, die vor rund einem
Monat in einer Kleintieranlage vergewaltigt worden ist. Noch heute, vier
Wochen später, habe sich ihr Verhalten nur annähernd normalisiert. Nur
langsam befreie sich das 24 Jahre alte Tier aus dem Zustand, den Psychologen
als Zentralisierung bezeichnen. Seit der Schändung reagiere es panisch auf
Fremde. „Unübersehbar ist, dass sie dabei auf Männer heftiger reagiert“, so
Barbara Wingrich. Doch nicht nur ist das Tier zu Schaden gekommen. Ein Tierarzt
stellte fest, dass alle Sehnen am Hinterbein abgerissen waren. Die Ziege
musste nur deshalb nicht eingeschläfert werden, weil ihre Knochen unverletzt
blieben. Was
in der Nacht in der Kleintieranlage geschah, lässt sich nicht nur aufgrund
der Verletzungen erahnen. Das Tier sei mit menschlichem Sperma verschmiert
gewesen, außerdem seien im Stall auch ein benutztes Kondom und die
dazugehörige Verpackung gefunden worden, berichtet Barbara Wingrich.
Material, das von der Kriminalpolizei eingesammelt wurde und
erkennungsdienstlich untersucht wird. „Zu
den Ergebnissen der Untersuchung kann ich aktuell noch nichts sagen“, sagt
Thomas Rieger, der Sprecher der Polizeidirektion Emmendingen. Dass die
Polizei rund einen Monat mit der Veröffentlichung des Vorfalls wartete,
erklärt Rieger mit „kriminaltaktischen Erwägungen“. In Riegers Augen handelt
es sich um einen Einzelfall. „Fakt ist, dass ich so etwas in meiner
13-jährigen Tätigkeit als Polizeipressesprecher noch nie hatte“, sagt er. Reine
Spekulation seien Vermutungen in bestimmte Richtungen: Es könne sich sowohl
um die Tat eines entsprechend veranlagten Menschen handeln als auch um eine
Tat nach Verlust der Selbstkontrolle, beispielsweise im Suff. „Wir haben
großes Interesse daran, die Tat aufzuklären“, betont Thomas Rieger. Aus
juristischer Sicht liegt ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor. Der oder
die Täter müssen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer
Geldstrafe rechnen. Dieses Strafmaß sieht der Paragraph 17 für denjenigen
vor, „der ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder einem Wirbeltier
aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich
wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt“. Weil es sich im
vorliegenden Fall um ein fremdes Tier handelt, kommen Verstöße wegen
Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung hinzu.
Die
Strafbarkeit von sexuellen Handlungen mit Tieren wurde 1969 durch die große
Strafrechtsreform aufgehoben.
Lediglich strafbar ist weiterhin die Verbreitung pornografischer Schriften,
die Sex zwischen Menschen und Tieren zum Gegenstand haben, sowie alles, was
diesem Ziel dient, beispielsweise das zigfache Vervielfältigen. Der reine
Besitz hingegen ist erlaubt. „Es
ist mitten unter uns, nicht mehr nur im Fernsehen“, zeigt sich Marco Wingrich
genau wie seine Frau schockiert von dem Geschehen. Auch Ortsvorsteherin
Fränzi Kleeb „dreht es den Magen um“, wenn sie an den Vorfall in dem
idyllisch gelegenen Kleintiergehege denkt. Sie befürchtet, dass die Ortschaft
insgesamt durch diese Tat in ein schlechtes Licht gerückt werden könnte. Das „Blättli“ berichtete Für
genug Aufregung habe bereits gesorgt, dass in einem Artikel im „Buchholzer
Blättli“ ein benachbartes Fest in Zusammenhang mit der Vergewaltigung der
Ziege gebracht wurde. „Ich sehe keinen Zusammenhang“, erklärt Fränzi Kleeb
dazu entschieden. Die Verfasser des Textes haben sich mittlerweile für die
nicht beabsichtigte Verknüpfung im gleichen Blatt entschuldigt. Nicht
ausgeräumt ist dagegen die Befürchtung im Ort, dass, wer so eine Tat begeht,
das nächste Mal noch andere Grenzen überschreiten könnte. „Heute sei es nur
ein Tier, doch morgen vielleicht ein Mensch“, konkretisiert Marco Wingrich
vom Volksmund geäußerte Ängste. „Es
ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Mensch, der auf Tiere fixiert ist, um zur
sexuellen Befriedigung zu kommen, gleiches bei Menschen sucht“, erklärt
dagegen Chefarzt Frank-Stefan Müller am Zentrum für Psychiatrie Emmendingen.
Sodomie sei insgesamt extrem selten und stehe, wenn es sich um eine
bevorzugte sexuelle Praktik handelt, meist mit einer Kontakthemmung und einem
isolierten Leben in Zusammenhang, vielfach auch mit einer Minderbegabung.
Neben der bevorzugten Praktik gebe es auch sodomistische
Gelegenheitshandlungen. „Am ehesten finden diese bei einer starken
Alkoholisierung statt“, erklärt der Mediziner und Diplompsychologe. Nüchtern
würden diese Menschen so etwas nie tun. Wegen seiner Seltenheit verböten sich
Verallgemeinerungen zu sodomistischem Verhalten. Mit
freundlicher Genehmigung der Zeitung Der Sonntag. *** 17. Januar 2007 01.03.2007 |